@Alpendacia: bei uns auf dem extremen Land ist man ohne Auto verloren. Keine Geschäfte, keine öffentlichen Verkehrsmittel. Gar nichts... die nächsten Zeichen von Ziviliation sind ca. 7km von uns entfernt. Mit zwei kleinen Kindern, von denen eines aufgrund von mutmaßlichen Ärztemurks leicht behindert ist und 2-3 mal die Woche zu Ärzten bzw. Therapien muss (und dann natürlich auch weiter weg, ca. 25 km) ist das nur mit 2 Autos zu schultern.
Davon kann ein Auto natürlich eine reine Spar-Blech-Büchse sein, ohne jeden Schnick-Schnack. Weil da im Prinzip auch nur einer drin sitzt. Und die große Kiste wird eben nur genommen, wenn die Kids mitfahren.
Deswegen ist es schon sinnvoll, solche "Minimalautos" anzubieten (eben "Kabinenroller") Und wenn die Preise (vor allem für Sprit) noch weiter steigen, werden auch die Kunden umdenken und auf die ganzen Extras verzichten und sich auch solche Autos kaufen.
ein Kumpel hat mich auf dieses Forum gestoßen, weil er meinte, es könne Interesse bestehen an den Turbulatoren, die ich für meinen Logan gebaut habe. Wie mcgrymelon richtig meinte, sind die "Vortexgeneratoren" im Flugzeugbau etwas ganz normales, um laminare Ablöseblasen zu verhindern. Im Segelflugzeugbau werden neue Flügelprofile darauf ausgelegt, daß an einer genau definierten Stelle ein Turbulator sitzt.
Der Logan (nur die Limousine!) hat auf der Heckscheibe bei Geschwindigkeiten ab ca. 60 km/h eine Ablöseblase (einen großen Wirbel). Diese macht ordentlich Widerstand. Die Turbulatoren sorgen dafür, daß diese Blase nicht entsteht.
Bei der Akademischen Fliegergruppe in Karlsruhe, bei der ich Mitglied bin, haben wir die Möglichkeit und das Know-How, Strömungen zu untersuchen. Die simpelste ist, sich die Heckscheibe mit Wollfäden zuzukleben und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu filmen. Ich habe das mal gemacht, wobei man schön den Wirbel sehen konnte, und dann mit verschiedenen Turbulatoren experimentiert. Das Ergebnis war sehr vielversprechend, wobei ich noch mehr Versuche machen muß, was den Verbrauch angeht.
Fahrten nach Berlin und an den Bodensee von Karlsruhe aus haben aber schon gezeigt, daß hier einiges zu sparen ist. Ein halber Liter sollte auf jeden Fall drin sein. Allerdings nicht im Stadtverkehr, denn unter 50 km/h ist der Wirbel und der Luftwiderstand an sich nicht ausschlaggebend.
Falls die Teile wirklich vernünftig funktionieren und auch der TÜV nichts zu meckern hat, könnte ich vielleicht ein paar Sätze bauen, wenn Interesse besteht. Wenn ich dazu komme, stelle ich ein paar Videos ins Netz, auf denen man die Strömung an der Heckscheibe schön erkennen kann.
Anmeldungsdatum: 25.03.2007 Beiträge: 3437 Modell: Diesel-Kombi, 64.380 km
Verfasst am: 29.07.2008, 10:55 Titel:
Hallo, Erik,
ich sag´ mal bedingt willkommen in diesem Forum.
Hast ja schon viel geschrieben über diese Turbulatoren, aber so eine kleine eigene Vorstellung wäre auch nicht schlecht.
Ich studiere Maschinenbau in Karlsruhe und verbringe meine Zeit außerhalb des Studiums meistens in der Luft (als Fluglehrer im Schulungs-Doppelsitzer oder in meiner eigenen Kiste) oder in der Werkstatt der Akaflieg Karlsruhe (www.akaflieg.uni-karlsruhe.de).
Den Logan habe ich seit 2 Jahren ("Studenten"-Version mit AHK), weil die Instandhaltungskosten meines alten Unos zu hoch wurden.
Anmeldungsdatum: 25.03.2007 Beiträge: 3437 Modell: Diesel-Kombi, 64.380 km
Verfasst am: 29.07.2008, 11:31 Titel:
Jau, das ist doch schon mal was.
Gute Idee, fliegen und preiswert Auto fahren. Statt nur ´ne teure Kiste zu fahren und nicht fliegen.
Ich fahre ja auch Datsche, damit ich besser und weiter und viel mehr fliegen kann. Allerdings mit LH oder TG oder SQ. Fra-Mnl, Fra-Bkk-Ubp z.B.
sehr interessant, Dein Angebot. Könntest du mir mal ne Idee geben, wie die Turbulatoren angeordnet sein sollen. Es gibt eine Firma in den USA, die diese Teile auch herstellt und auch per Inet vertreibt. Deren Empfehlung ist die Anordnung von zehn "kleinen Haifischflossen" (a = 45 mm, b = 22 mm, c = 45 mm, wobei b keine gerade Linie bildet, sondern wie eine Haiflosse gebogen ist) auf dem Dach entlang einer gedachten Linie ca. 18 cm vor der oberen Kante der Heckscheibe. Die vier "inneren" Turbulatoren stehen in einem Winkel von 15° zur Fahrtrichtung, dann verringert sich dieser "Anstellwinkel jeweils um 5°, so dass die beiden äußeren Turbulatoren parallell zur Fahrtrichtung verlaufen. Die Bilder vom ECO2 lassen allerdings darauf schließen, dass die Turbulatoren dort jeweils paarig V-förmig angeordnet sind, "Spitze" nach vorne, die beiden äußeren stehen wieder einzeln, parallel zur Fahrtrichtung. Wie ist denn die ideale Anordnung (Anzahl, Größe), die Du herausgefunden hast.
@Klaus
ich bin mal der Miesepeter: Was meinst Du wohl würden die Sherrifs respektive der
TÜV zu scharfkantigen Metallklammer auf dem hinteren Teil des Dachs sagen... :-)
Aber die Dinger evtl. aus Kunststoff, zum Aufkleben, das wärs doch.
@Erik
Mich würden die Studien an einem MCV interessieren. Das steil abfallende Heck
wird wohl eh schon zu massiven Verwirbelungen führen. Ein Windkanaltest am MCV
wäre aber ne tolle Sache. Danke für deinen Beitrag.
Die Teile, die ich bis jetzt verwendet habe, sind aus Epoxidharz mit Füllstoff - beides luftfahrtzugelassen, weil wir nichts anderes haben :-)
Wiegen tun die Turbulatoren vielleicht 15g pro Stück, was man noch senken könnte, wenn man andere Füllstoffe verwendet. Damit dürfte der TÜV eigentlich keine Probleme haben. Vernünftiges Klebeband hat bis jetzt auch bis 170 gehalten.
Eine Vorversion war aus Silikon, aber das Zeug läßt sich mit nichts kleben. Das Harz braucht dafür ne Weile zum Aushärten. Ideal wären tiefgezogene Teile aus PP oder so, wie Joghurtbecher, aber die Werkzeuge dafür sind mir zu teuer.
Vorläufig habe ich 9 Stück eine Handbreit vor der Heckscheibe. Die Winkel habe ich noch nicht variiert, sondern alle parallel, aber ich glaube, daß die äußeren eher nach außen gedreht sein sollten, weil dort die Luft etwas nach innen abgelenkt wird. Ich werde nächstens mal eine Kamerahalterung basteln, um mit Wollfäden bessere Bilder zu machen als von innen - vor allem um mehr als nur die Heckscheibe zu sehen [1].
mcgrymelon: Am MCV werden die Turbulatoren leider nichts bringen, weil die Strömung ohnehin abreißt (aber immerhin definiert). Das läßt sich aber bei einer Kante von gut 90° praktisch nicht verhindern. Bei der Kante an der Limo-Heckscheibe sollte man das aber vermeiden.
das ist ohne Turbulatoren, aber zu dem Zeitpunkt steht das Auto auch.
Ich hoffe, daß es am Wochenende mal einigermaßen windstill wird und ich ein paar Fahrversuche mit verschiedenen Konfigurationen machen kann. Ich werde dann berichten, wenn ich Ergebnisse habe.
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